Exposition "J'habite une ville fantôme", Thibaut Derien
Thibaut Derien begann vor zwanzig Jahren, Frankreich zu bereisen, wobei er absichtlich die großen Verkehrsachsen und ihre Ausfahrten mied, die kilometerlang von grellen Schildern, faden Fertighäusern, gleichförmigen Wohnsiedlungen und schwindelerregenden Kreisverkehren gesäumt waren.
Er hat sich auf die Suche nach den wenigen kleinen Geschäften gemacht, die noch stehen, aber verlassen sind und von einer Epoche, einem Beruf, einem Geschmack oder einer Mode zeugen. Er wählte sie sorgfältig aus der Vielzahl der Geschäfte aus, die er auf seinem Weg fand, wegen der einzigartigen Emotionen, die sie auslösten, und die ihn zu dieser Geisterstadt inspirierten, die hilflos das Treiben in den unpersönlichen Einkaufszentren dort in der Ferne beobachtet. Nicht so weit weg.
Nach der Angst vor dem Ende und der Leere lässt man sich dennoch von der Schönheit der Linien, Worte, Materialien, Typografien, Öffnungen, Schließungen, Formen und Farben dieser Läden verzaubern.
Und aus diesen leeren, verwaisten Schaufenstern strömt plötzlich eine Emotion und sogar eine gewisse Vitalität. Die der Vergangenheit, die, die unsere Fantasie ertappt, sich zu erfinden.
Thibaut Derien gehört zu einer Familie von Fotografen, die aus der Dokumentarfotografie eine Kunst machen, aus der Trivialität des Alltags ein Gedicht, und die mit Erschrecken die Veränderungen unserer Gesellschaft, ihre zeitgenössischen Hässlichkeiten und ihre vergangenen Prachtentfaltung feststellen. Seine Geisterstadt enthüllt uns die Ruinen einer Gesellschaft, die nicht mehr existiert, stellt uns vor unsere Verantwortung und offenbart uns gleichzeitig die Schönheit, die aus den Trümmern hervorgeht.
Künstlerischer Rundgang unter der Leitung des Künstlers am Freitag, den 4. September um 18 Uhr.
Ausstellung zu sehen:
- mittwoch, 2. bis Freitag, 4. von 15 bis 18 Uhr
- samstag, 5. bis Sonntag, 6. von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr
- von Mittwoch, den 9. bis Freitag, den 11. von 15.00 bis 18.00 Uhr
- von Samstag, den 12. bis Sonntag, den 13. von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr