Conférence d’Inès Léraud et Léandre Mandard : "L’histoire enfouie du remembrement"
Vortrag von Inès Léraud (unter Vorbehalt), Dokumentarfilmerin, und Léandre Mandard, Geschichtslehrer
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts leitete der Staat eine umfassende Neuordnung des ländlichen Raums in Frankreich ein, die die Bretagne nachhaltig prägte: die Flurbereinigung.
Diese Maßnahme, die darauf abzielte, die Landwirtschaft durch die Zusammenlegung zersplitterter Flächen zu rationalisieren, veränderte die Landschaften, das ökologische Gleichgewicht und die ländliche Gesellschaft grundlegend. Hecken und Böschungen werden abgeholzt, Straßen neu angelegt, Flüsse begradigt und Feuchtgebiete entwässert: Die ländlichen Gebiete verändern ihr Gesicht im Namen der Modernität.
Während einige in der Flurbereinigung einen Fortschritt sehen, erleben viele Bauern und Bäuerinnen sie als Enteignung, als brutalen Bruch mit ihren Bräuchen, ihrer Nachbarschaft, ihrer Art zu leben und zu wirtschaften. Hinter diesem technokratischen Projekt zeichnet sich also eine Geschichte der Konflikte, des Leidens, aber auch des Widerstands ab.